Make Munich 2013 Review

Wie geplant war ich am vergangenen Sonntag auf der Make Munich in der Tonhalle in München. Die Make Munich ist eine Maker- und DIY- Messe die (nach meinem Kenntnisstand) am 20. und 21. April zum ersten Mal stattfand. Wie Heise berichtet sind die Erwartungen wohl übertroffen worden. Hier mein persönlicher und subjektiver aber kurzer Eindruck.

Ich hatte mich vorher nicht informiert und es war ein Sprung ins kalte Wasser. In Anbetracht von 15 Euro Eintritt ein dekadentes Wagnis. Aber es hat sich gelohnt, soviel steht fest! Wirklich voll war es dort nicht, die Stände großzügig verteilt und die im Trend liegenden 3D-Drucker gefühlt überpräsent. Aber der Eindruck täuscht, denn es gab so viel zu Entdecken, zu Sehen und zu Hören dass es eigentlich schon wieder zu viel war um alles mitzunehmen. Die nächste Messe dieser Veranstalter werde ich sicher mit viel mehr Zeit im Gepäck anpacken. Einiges interessantes ist mir bei dem viel zu kurzen Besuch entgangen, z.B. das Guerilla-Gardening und auch der (erstaunlicher Weise) immer noch aktiven CB-Funk-Ecke konnte nicht genügend Zeit gewidmet werden. Drei Dinge sind besonders hängen geblieben und sollen daher extra erwähnt werden. 1. Das HEi, 2. Whacky Wit und 3. Lands of Ruin.

1. HEi steht für „Haus der Eigenarbeit“. In Zeiten von Begriffen wie „Maker“, „Hacker“ und „DIY“ klingt das altbacken und hölzern. Aber das ist zum einen Absicht und zum anderen auch völlig richtig so. Denn der Verein besteht schon seit 25 Jahren, und hoffentlich auch noch viel länger. Diese Traditions-Einrichtung bietet nicht nur offene Werkstätten, betreut durch Fachpersonal, sondern auch viele Workshops und Kurse in unzähligen Bereichen. Tischlern, Nähen, Gärtnern, Polstern, Buchbinden, Schmuckdesign, Fotografieren und noch vieles mehr ist hier im Angebot. Ich hatte mir den Vortrag zum HEi angesehen und schätze es wird für mich in Zukunft noch eine interessante und wichtige Anlaufstelle werden. Die offizielle Webseite: www.hei-muenchen.de 

HEi

2. Ich bin kein Fan von Retro-Games. Für mich sehen alte Spiele auf neuen Computern einfach nur Scheiße aus. Aber, natürlich habe auch ich so manche Stunde mit Klassikern verbracht und kann mich noch gut an das aufgeregte Reißen und Zerren an den Joysticks diverser Spieleautomaten erinnern. ;) Pacman war eines davon, und das gibt es jetzt als Brettspiel. Kann man sich vielleicht schwer vorstellen, aber es funktioniert und den Spielern auf der Messe zuzusehen war eine wahre Freude! Es nennt sich Whacky Wit und hat einen stolzen Preis von 399 Euro. Autsch, das ist mal richtig fett! :( Hoffen wir mal das Spiel geht vielleicht in Serie und kann dann für 40 bis 80 Euro angeboten werden. Dann würde ich mir nämlich auch eines leisten. Die offizielle Webseite: www.whacky-wit.com

3. „Lands of Ruin“ ist eine neues Tabletop. Tabletops habe ich noch nie gespielt, nur mal nebenbei gesehen. Letztes Jahr warf ich noch einen interessierten Blick auf Warhammer. Aber armdicke Regelwerke, unübersichtlich viele Editionen, hohe Preise und ein inzwischen stattliches Alter des Spiels haben mich das Thema wieder vergessen lassen. Fast wäre ich an Lands of Ruin einfach vorbei marschiert… Als ich entdeckte dass dieses Spiel im Endzeit-Bereich angesiedelt ist habe ich mich das erste Mal eingespeichelt. Dann entdeckte ich Zombies auf dem Spielfeld und war endgültig interessiert es mir doch noch anzusehen. Gute Entscheidung wie sich herausstellen sollte! Denn dieses Tabletop ist anders. Das Spiel verfügt über eine eigene Android-App die das Regelwerk enthält. Das heißt keine dicken Wälzer mehr, sondern alles wird zu jedem Spielzug sofort angezeigt. Das macht es sehr einsteigerfreundlich und bietet ein schnelleres, flüssigeres Spiel. Genial: Die Zombies sind NSC’s und werden ebenfalls durch die App gesteuert. Macht man Gefechtslärm lockt man damit Zombies an. In Abhängigkeit von der Gefechtsstärke steht die Zahl der angelockten Zombies. Miese Taktik: Gegner in ein Gefecht verwickeln, Zombies damit anlocken uns sich wieder vom Acker machen. :D Die Macher des Spiels setzen auf 3D-Druck. Ziel ist es einen Drucker zu finden der in einem guten Preis- Leistungsverhältnis hochwertige Spielfiguren und Zubehörteile fertigen kann. Gelingt dieses Unterfangen dürfen sich die Mitbewerber in diesem Spiel-Genre warm anziehen! Denn 3D-Druck hat nicht nur das Potential preiswerter zu sein, es bietet durch das Verfahren eine bisher nicht vorhandene Flexibilität bei der Gestaltung der Figuren. Beim Spritzguss-Verfahren hat man teure, unflexible Formen. Beim 3D-Druck kann man spontan am Computer entscheiden wie das Ergebnis aussehen soll. Bei Lands of Ruin wird dieser Gedanke noch weiter gesponnen und will dem Kunden die Möglichkeit bieten selbst zu gestalten. Es ist ein Online-Editor geplant in dem man bearbeiten und festlegen kann wie der eigene Held später aussehen soll. Als Sahnehäubchen oben drauf ist noch eine Cloud in Planung in der man seine gespielten Helden online präsentieren kann. Zumindest wenn selbige nicht schon auf dem Schlachtfeld verstorben sind natürlich. Die offizielle Webseite: www.landsofruin.com

Abschließend habe ich hier noch ein kleines Video mit Impressionen der Messe. Ich hatte meine Kamera dabei und eigentlich mit Fotos begonnen. Aber relativ schnell merkte ich dass der brutale, interne Blitz zu viele Details und Stimmungen zerstört. Um ohne Blitz zu arbeiten war es wiederum zu dunkel. Also habe ich erstmalig zur Video-Funktion der Kamera gegriffen. Immer noch recht dunkel, aber um Welten besser als die Fotos: 



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