Der letzte Schuss

Im 17. Jahrhundert wurden kleine Holzbüchsen am Gürtel oder Bandelier getragen, in denen sich eine Portion Schwarzpulver befand. Meist waren es 10-12 Stück, woher der Name Apostel rührt. Ich hatte sowas mal auf einem Mittelaltermarkt gesehen und später leider wieder vergessen wir man diese Büchsen nannte. Kürzlich kam ich auf die Idee mir solche Teile als Deko für Pirates zu besorgen. Also machte ich mich auf die Suche… Die erste Hürde herauszufinden wie man die Dinger nennt war bald geschafft. Die zweite Hürde war bezahlbare Exemplare im Internet zu finden. Die meisten Angebote waren mit rund 11-12 Euro pro Stück recht heftig. Außerdem waren die alle neu und hell, wie das bei frischem, unbehandeltem Holz eben so ist. Dann hatte ich Glück und fand einen Anbieter der die Apostel für 5 Euro pro Stück anbietet und auch noch im antiken Look. Also habe ich zugeschlagen und mir drei bestellt. Soweit so gut. Endlich in der Hand begann die Knobelei wie ich die nun verwenden könnte. Ein Bandelier habe ich nämlich nicht und am Gürtel möchte ich bei meinem Kostüm nicht all zu viel Klimbim baumeln haben. Sie lagen eine Weile rum und die rechte Idee wollte sich nicht einstellen… Kürzlich viel es mir dann endlich ein, einfach einen einzelnen Apostel um den Hals gehängt sollte doch reichen. Nur mit Bändchen war mir aber zu wenig, also ein Bisschen rumgekramt und ein paar Knochen- und Hornperlen ausgebuddelt. Apostel und Perlen musste noch behutsam aufgebohrt werden damit das Lederband durchpasst. Knochen und Horn sind dankbare Werkstoffe und halten was aus. Hohe Umdrehungszahl und langsamer Vorschub, dann zerreist es die kleinen Teile auch nicht beim Bohren. Stinkt übrigens wie beim Zahnarzt wenn der vom Zahn was wegbrennt, igitt! Insgesamt ging es gut von der Hand und war schnell gefertigt.

Auf der Wikipedia gibt’s übrigens noch ein paar historische Infos zu den Bandelieren und Aposteln.

Pulver-Apostel

Pulver-Apostel



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